
31.10.2006
Zum Leben erwecken
Sicher, der Anspruch, dass solch unkonventionellen Ideen wie die der Bauhausstudenten gleich Berücksichtigung in der Stadtplanung finden, ist eine Illusion. Trotzdem ist der unvoreingenommene Leser der neuen Lektüre "Geras starke Mitte" schnell verführt, die eine oder andere Idee, den Stadtplanern unter die Nase halten zu wollen. Die haben solches natürlich längst gesehen. Erinnern sich sicher ihres eigenen ungestümen Wesens in der Ideenschmiede der Ausbildung und wissen jetzt nur allzugut, dass Grenzen schnell gezogen sind. Wem also kann das Büchlein nutzen?
Dem Bürger, sagt Hassenpflug, und zielt damit auf das wissende Wesen, das genauer hinschaut, wenn sich seine Umgebung ändert. Der Professor hat die Entscheidung für einen Einkaufstempel weg von der Sorge geradezu schmerzlich empfunden. Dabei war es ein Freudenfest bei der Eröffnung. Über die Konsequenzen einer solchen Entscheidung müssen wir heute reden. Im Nachhinein ist man immer schlauer, heißt es. Doch stimmt das auch? Das Büchlein über "Geras starke Mitte" kann dafür sorgen, dass wir unsere und andere Fehler nicht vergessen. Bislang haben wir bedauert, dass unsere Innenstadt tot ist, jetzt gibt es Stoff zum Nachdenken, damit wir sie zum Leben erwecken.
Von Petra Lowe
OTZ vom 31.10.2006
Weitere News
www.gera.de
www.esf-thueringen.de